Studer, JudithJudithStuderPiesker, YvonneYvonnePieskerRappo, AlineAlineRappoSchenker, CorinnaCorinnaSchenkerSeiler, SabineSabineSeiler2025-07-172025-07-172025-06https://doi.org/10.24451/dspace/11981https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/45366Die zunehmende Relevanz praxisorientierter Hochschullehre sowie die strategische Ausrichtung vieler Hochschulen auf eine stärkere Öffnung gegenüber der Gesellschaft werfen auch im Bereich der Lehre die Frage nach geeigneten Formen der Partizipation auf. Das Forschungsprojekt «Öffnung von Lehrangeboten im Bereich Entwicklung, Evaluation und Weiterentwicklung» untersucht diese Frage am Beispiel des Qualitätskreislaufs hochschulischer Lehrangebote und analysiert, wie zentrale Anspruchsgruppen systematisch einbezogen werden können. Ziel des Forschungsprojekts war es, theorie- und empiriegestützte Erkenntnisse zu gewinnen zu Möglichkeiten, Voraussetzungen und Mehrwert des Einbezugs zentraler Stakeholder1 – wie Vertreter*innen der Praxis, Studierende, Alumni und allenfalls auch die breite Öffentlichkeit – in die Entwicklung, Evaluation und Weiterentwicklung von Lehrangeboten, um dann auf dieser Erkenntnisbasis ein Konzept zur systematischen Einbindung zentraler Anspruchsgruppen in den Qualitätskreislauf eines Lehrangebots – von der Entwicklung über die Durchführung bis zur Evaluation und Weiterentwicklung eines Lehrangebots – zu erstellen. Das Forschungsprojekt erstreckte sich über einen Zeitraum von rund 1.5 Jahren (Januar 2024 – Mai 2025) und umfasste 4 Phasen. In einem ersten Schritt analysierte das Projektteam bereits bestehende Studien und Literaturbeiträge u.a. aus den Themen- bzw. Forschungsbereichen Design-Based Research, User Involvement und partizipative Curriculums-/Angebotsentwicklung, um dann in einem zweiten Schritt an-hand einer retrospektiven Befragung die Erfahrungen aus der Curriculumsrevision des Bachelorstudien-gangs Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule zu untersuchen. Im Rahmen der Curriculumsrevision des Bachelors Soziale Arbeit (BFH) wurden über den Projektverlauf (2019-2023) hinweg unterschiedliche Gefässe der Öffnung angeboten, die es zentralen Stakeholdern wie Vertreter*innen der Praxis, Studierenden, Alumni, Interessierten aus der breiten Öffentlichkeit erlaubten, sich an der Weiterentwicklung des bisherigen Curriculums bzw. an der Entwicklung des neuen Curriculums zu beteiligen. Ein Vergleich der Ergebnisse aus Phase 1 und 2 im Rahmen der Projektphase 3 erlaubte die Ableitung empirisch und theoretisch gestützter Erkenntnisse, auf dessen Basis schliesslich in der Projektphase 4 ein Konzept für den Einbezug zentralen Stakeholder in den Qualitätskreislauf eines Lehrangebots entwickelt wurde. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse verdeutlichen u.a.: Der Einbezug von Stakeholdern in die Entwicklung von Lehrangeboten steigert nachweislich die Kohärenz curricularer Entwicklungen und fördert gleichzeitig die Identifikation der Beteiligten mit dem Prozess und den Ergebnissen. Partizipative Formate wie Soundings, Workshops und Walk-Ins erweisen sich als wirksam, müssen jedoch ressourcensensibel und zielgruppengerecht gestaltet werden. Herausforderungen ergaben sich unter anderem in der unter-schiedlichen Verfügbarkeit externer Akteur*innen. Es zeigte sich die Notwendigkeit klarer Mandatierungen externer Praxisvertreter*innen sowie die Wichtigkeit von Transparenz sowie klarer Information und Kommunikation hinsichtlich der Rahmenbedingungen der Beteiligungsmöglichkeiten. Das im Projekt erarbeitete Konzept bietet konkrete Handlungsempfehlungen, zu denen u.a. folgende gehören: Hochschulen sollten Stakeholder frühzeitig, strukturiert und unter Berücksichtigung ihrer Res-sourcen in den gesamten Qualitätskreislauf eines Lehrangebots miteinbinden, kritische Stimmen gezielt einholen und klare Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen inkl. Entscheidungswege bzw. -instanzen kommunizieren. Die Verstetigung partizipativer Strukturen und eine differenzierte Reflexion, aber auch Kommunikation über Zielkonflikte der verschiedenen Anspruchsgruppen sind dabei essenziell. Insgesamt liefert das Projekt wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung einer offenen, partizipativ und dialogisch angelegten Bildungspraxis, die sich der Öffnung nach aussen verschreibt, sich bewusst an den Herausforderungen des künftigen Berufsalltags der Studierenden ausrichtet und gleichzeitig den Theorie-Praxis-Transfer fördert.deÖffnungPartizipationHochschuldidaktikCurriculumsentwicklungQualitätssicherungQualitätsentwicklungASI. Health, Education, and Welfare::I2 Education and Research Institutions::I23 Higher Education • Research InstitutionsI. Health, Education, and Welfare::I2 Education and Research Institutions::I20 GeneralI. Health, Education, and Welfare::I2 Education and Research Institutions::I21 Analysis of EducationÖffnung von Lehrangeboten im Bereich Entwicklung, Evaluation und Weiterentwicklung : Schlussbericht zum Forschungsprojektreport