Zirwes, StephanStephanZirwes2024-11-192024-11-192019-10-0610.24451/arbor.9509https://doi.org/10.24451/arbor.9509https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/41360Während in den italienischen Konservatorien bereits seit dem 16. Jahrhundert eine umfassende und immer professioneller werdende musikalische Ausbildung gepflegt wurde, existierten im deutschsprachigen Raum bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts keine annähernd vergleichbaren Institutionen. Erst ab dem späten 18. Jahrhundert entstanden allmählich Singschulen und nach und nach auch theoretische Anweisungen hierfür, in denen sich die Autoren mit dem Erlernen der elementaren Anfangsgründe der Musik und v.a. auch der grundlegenden Fertigkeiten im Hören und Singen auseinandersetzten. Die bedeutendsten publizierten Anweisungen stammen dabei zweifellos von J. A. Hiller. Daneben oder auch darauf aufbauend entstanden eine Vielzahl weiterer Quellen, wie beispielsweise von J. J. Walder, J. B. Lasser, J. F. Schubert, J. Fröhlich. Einen wesentlichen Stellenwert zu Beginn des 19. Jahrhunderts nehmen die Abhandlungen ein, die sich mit dem pädagogischen Gedankengut J. H. Pestalozzis auseinandersetzen; zu allererst und als Ausgangspunkt wäre hier die Gesangsbildungslehre von M. T. Pfeiffer und H. G. Nägeli zu nennen, die im Jahr 1810 in Zürich (!) gedruckt wurde. Auch, wenn diese theoretischen Abhandlungen in aller Regel an ein Laienpublikum gerichtet und primär nicht für den angehenden professionellen Musiker konzipiert sind, werden – der Tatsache geschuldet, dass es sich neben der Vermittlung von Basiswissen um das Beherrschen grundlegender Fähigkeiten im Hören und Verstehen handelt – besonders aus methodischer Perspektive interessante Vorgehensweisen sichtbar, die auch für die Konzeption in unserer gegenwärtigen Ausbildung in Gehörbildung gewinnbringend wiederverwendet werden können.deMTZur Ausbildung des Gehörs im deutschsprachigen Raum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert-conference_item