Ammann Dula, EvelineEvelineAmmann DulaFirlit-Fesnak, GrażynaGrażynaFirlit-FesnakFuchs, GesineGesineFuchs2025-09-242025-09-242025https://doi.org/10.24451/dspace/1211510.5771/0038-6073-2025-1-2-164https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/45568Die jüngste Welle der Solidarität mit ukrainischen Geflüchteten nach der russischen Invasion zeigt sich in der massiven privaten Unterbringung von Geflüchteten in Europa. Dies gilt auch für Polen und die Schweiz: In Polen trugen eine starke private Wohnungshilfe und eine breite Mobilisierung der Gesellschaft zu einer reibungslosen Verteilung der Geflüchteten bei und verhinderten eine humanitäre Krise an der Grenze. In der Schweiz bildete die private Unterbringung zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte ein Schlüsselelement der offiziellen Politik zur Aufnahme von Geflüchteten und war wichtig, um eine Überlastung des Asylsystems zu verhindern. Was waren die Motive der «Gastfamilien», was die zugrunde liegenden sozio-kulturellen Grenzziehungen und wie wirken sich unterschiedliche zivilgesellschaftliche Traditionen auf Motive und Aktivierung aus? Hierfür vergleichen wir zwei Länder mit starken, aber unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Traditionen. Wir beschreiben und vergleichen die Motive für die Aufnahme ukrainischer Geflüchteter sowie die Erfahrungen sowohl der Aufgenommenen wie der Aufnehmenden. In beiden Ländern entwickelte sich eine breite gesellschaftliche Mobilisierung und ein Gefühl der Solidarität und moralischen Verpflichtung speziell für die Ukrainer:innen. Die Grenzen wurden verschoben, so dass die Ukraine Teil des "Wir" wurde., allerdings war dies in Polen stärker ausgeprägt. Die Aktivierung der Zivilgesellschaft unterstützte und half den staatlichen Institutionen – eher spontan und autonom in Polen und in geringerem Maße in der Schweiz, wo die fehlende staatliche Unterstützung und Koordination als "Auslagerung" staatlicher Aufgaben kritisiert wurde. Unsere quantitativen und qualitativen Daten stammen aus Partnerschaftsprojekten zur gesellschaftlichen Unterstützung und sozialen Integration von ukrainischen Geflüchteten. Sie bestehen aus einer (schweizerischen) Online-Befragung von Gastfamilien, etwa 50 narrativen und Experteninterviews mit Gastgebern, Geflüchteten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Behörden.deMotive privater Unterbringung im Vergleich: Die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Traditionen und sozio-kultureller Grenzziehungenarticle