Brunner, ThomasThomasBrunnerSchrott, MartinMartinSchrottLüthi, ThomasThomasLüthi2025-06-302025-06-302024-04-29https://doi.org/10.24451/dspace/11942https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/45308Seit April 2022 sind die Lebenshaltungskosten und vor allem auch die Energiepreise stark gestiegen. Teile der Bevölkerung mussten ihren Lebensstandard anpassen. Dies kann Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit haben. Die vorliegende Studie befasste sich damit und hat anfangs Februar 2024 über 1200 Personen in der Schweiz hinsichtlich ihrer Verhaltensweisen diesbezüglich befragt. Tatsächlich gibt über die Hälfte der Befragten an, ihren Lebensstandard angepasst zu haben. Auch bezüglich Energie haben knapp ein Viertel der Teilnehmenden gespart und verbrauchen weniger als vor 2022. Dabei ist zu beachten, dass zwei Drittel der Befragten schon immer sparsam waren und nicht noch weniger Energie verbraucht haben. Personen, die seit dem Kostenanstieg Energie sparen, tun dies auch in Bereichen, welche die Lebensmittelsicherheit betreffen. So geben rund 40% dieser Personen an, dass sie bestimmte Lebensmittel nun ausserhalb des Kühlschranks lagern, rund ein Viertel hat die Temperatur des Kühlschranks höher eingestellt und ähnlich viele nutzen während den kalten Monaten den Balkon als Kühlschrank. In der Lebensmittelzubereitung sind die Anteile noch ausgeprägter: Knapp drei Viertel der Befragten, die seit 2022 weniger Energie verbrauchen, nutzt die Vorheizphase beim Backen und verkürzt so die Backzeit, 68% schalten den Ofen oder die Herdplatte frühzeitig aus und nutzen die Restwärme, und gut die Hälfte dieser Personen wechselt die Zubereitungsmethode, um Energie zu sparen. Um Geld zu sparen, werden auch die Haltbarkeitsdaten überschritten. Rund 30% der Bevölkerungsstichprobe haben seit dem Kostenanstieg vermehrt Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums konsumiert, praktisch gleich viele Personen missachten seither vermehrt das Verbrauchsdatum bei leicht verderblichen Lebensmitteln. Gut 30% der Befragten geben an, seit 2022 vermehrt Lebensmittel zu kaufen, die aufgrund des knappen Ablaufdatums reduziert sind, was das Problem nochmals verschärft. Knapp 90% der Befragten gibt an, Lebensmittelreste zuerst abkühlen zu lassen, bevor sie in den Kühlschrank gelegt werden und gut drei Viertel achtet auf die Einhaltung der Kühlkette. Ebenfalls mit Anteilen über 60% kennen und nutzen die Leute die verschiedenen Temperaturzonen im Kühlschrank, brauchen angebrochene Verpackungen innerhalb von 1-2 Tagen auf und lassen Gefrorenes im Kühlschrank auftauen. Weniger oft, mit Anteilen unter 20%, wird die Temperatur im Kühlschrank mit einem Handthermometer kontrolliert, die Kerntemperatur beim Braten von Fleisch überprüft und die Haltbarkeit berücksichtigt, wenn man die Kühlschranktemperatur erhöht. Die Daten belegen eindrücklich, dass bildungsarme und einkommensschwache Haushalte stärker betroffen sind und das Risikoverhalten häufiger zeigen als andere Haushalte. Des Weiteren ist auch die lateinische Schweiz stärker betroffen als die Deutschschweiz. Aber auch psychografische Merkmale beeinflussen das Verhalten: Preissensitive und risikofreudige Personen wenden Massnahmen, welche die Lebensmittelsicherheit beeinträchtigen können, häufiger an, um Geld zu sparen.deExplorative Umfrage zu Energiekosten und deren potenziellen Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit: eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesenreport