Wenn Schmerz mehr ist als ein Gefühl: Neue Wege zur differenzierten Schmerzmessung
Version
Published
Date Issued
2025-08-12
Author(s)
Type
Magazine Article
Language
German
Subjects
Abstract
Das Verständnis von Schmerz hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt: Heute wird zwischen schmerzauslösenden Reizen (Nozizeption) und dem subjektiven Schmerzerleben (Perzeption) unterschieden – ein Wandel, der neue Anforderungen an Diagnostik und Therapie stellt.
Journal or Serie
physioactive
ISSN
1660-5209
Organization
Issue
4
Publisher
Physio active Verantwortung Schweizer Physiotherapie Verband
Submitter
Hanusch, Kay
Citation apa
Hanusch, K. (2025). Wenn Schmerz mehr ist als ein Gefühl: Neue Wege zur differenzierten Schmerzmessung (Issue 4). Physio active Verantwortung Schweizer Physiotherapie Verband. https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/46357
Note
In den letzten Jahren kam es zu einem Paradigmenwechsel im Schmerzverständnis – mit weitreichenden Folgen für Therapie und Praxis. Die Internationale Schmerzgesellschaft (International Association on the Study of Pain, IASP) unterscheidet in ihrer Schmerzdefinition zwischen Nozizeption (schmerzauslösende Reize) und Perzeption (Schmerzerleben). In der klinischen Praxis ist es daher notwendig, beide Anteile zu messen und zu dokumentieren.
Zur Erhebung des Schmerzerlebens nutzen Physiotherapeut:innen in der Regel die Visuelle Analogskala (Visual Analog Skala, VAS, 100 mm) oder die Numerische Ratingskala (NRS, 0–10). Laut internationalem Konsens (Methoden, Messung und Schmerzbewertung in klinischen Studien (Methods, Measurement, and Pain Assessment in Clinical Trials, IMMPACT) sind die Endpunkte klar definiert: 0 = kein Schmerz, 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz). Eine Schmerzreduktion wird erst ab einer Veränderung von mindestens 30 Prozent als klinisch relevant gewertet (Dworkin et al., 2009).
Die Erhebung der subjektiven Wahrnehmung allein reicht jedoch bei chronischen Schmerzen nicht mehr aus. Ergänzend sollten auch nozizeptive Reize und Bewegungsstrategien wie Durchhalte- oder Vermeidungsverhalten erfasst werden. In der Physiotherapie existiert aber noch keine etablierte Methode zur Messung der Nozizeption.
Zur Erhebung des Schmerzerlebens nutzen Physiotherapeut:innen in der Regel die Visuelle Analogskala (Visual Analog Skala, VAS, 100 mm) oder die Numerische Ratingskala (NRS, 0–10). Laut internationalem Konsens (Methoden, Messung und Schmerzbewertung in klinischen Studien (Methods, Measurement, and Pain Assessment in Clinical Trials, IMMPACT) sind die Endpunkte klar definiert: 0 = kein Schmerz, 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz). Eine Schmerzreduktion wird erst ab einer Veränderung von mindestens 30 Prozent als klinisch relevant gewertet (Dworkin et al., 2009).
Die Erhebung der subjektiven Wahrnehmung allein reicht jedoch bei chronischen Schmerzen nicht mehr aus. Ergänzend sollten auch nozizeptive Reize und Bewegungsstrategien wie Durchhalte- oder Vermeidungsverhalten erfasst werden. In der Physiotherapie existiert aber noch keine etablierte Methode zur Messung der Nozizeption.
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