Technoregulierung in China: bayerische Unternehmen im Sozialkreditsystem
Version
Published
Date Issued
2022
Author(s)
Type
Article
Language
German
Abstract
Seit Einführung des chinesischen Sozialkreditsystems (SKS) in den Jahren 2014–2020 stehen Bedenken darüber im Raum, welche Auswirkungen dieses System auf Unternehmen und Einzelpersonen hat, die in China Handel treiben. In der vorliegenden Studie untersuchen wir den Einfluss des chinesischen Sozialkreditsystems (SKS) auf bayerische Unternehmen. Wir ermitteln, wie große, mittlere, kleine und kleinste, in China aktive bayerische Unternehmen im SKS
klassifiziert und bewertet werden. Das öffentlich zugängliche System zielt darauf ab, bestimmte Geschäftsaktivitäten entweder als erwünscht einzustufen und zu belohnen (durch rote Listen) oder als unerwünscht und diese zu bestrafen (durch Verwaltungsstrafen und schwarze Listen). Unsere Analyse von 170 bayerischen Unternehmen in China zeigt, dass diese Unternehmen größtenteils auf roten (positiven) Listen erfasst sind. Fast neun Prozent der Unternehmen
haben jedoch einen negativen Systemeintrag in Form einer Verwaltungsstrafe, der unter Umständen zu einem Eintrag auf einer schwarzen Liste führen kann. Die positiven Einträge beziehen sich hauptsächlich auf Steuerangelegenheiten, während die Missachtung von Vorschriften in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umwelt den Großteil der
Negativeinträge ausmacht. Auf regionaler Ebene existieren jedoch erhebliche Unterschiede bei der Umsetzung des SKS durch die einzelnen lokalen Behörden. Wir ergänzen unsere Analyse mit Erkenntnissen aus 10 Tiefeninterviews, die Einblicke in die Erfahrungen und Perspektiven in China ansässiger bayerischer Unternehmen im Kontext des SKS gewähren. Unsere Gesamtauswertung fließt in Handlungsempfehlungen ein, die sich auf potenzielle Unterstützungsmaßnahmen für bayerische Unternehmen mit chinesischen Tochtergesellschaften konzentrieren.
klassifiziert und bewertet werden. Das öffentlich zugängliche System zielt darauf ab, bestimmte Geschäftsaktivitäten entweder als erwünscht einzustufen und zu belohnen (durch rote Listen) oder als unerwünscht und diese zu bestrafen (durch Verwaltungsstrafen und schwarze Listen). Unsere Analyse von 170 bayerischen Unternehmen in China zeigt, dass diese Unternehmen größtenteils auf roten (positiven) Listen erfasst sind. Fast neun Prozent der Unternehmen
haben jedoch einen negativen Systemeintrag in Form einer Verwaltungsstrafe, der unter Umständen zu einem Eintrag auf einer schwarzen Liste führen kann. Die positiven Einträge beziehen sich hauptsächlich auf Steuerangelegenheiten, während die Missachtung von Vorschriften in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umwelt den Großteil der
Negativeinträge ausmacht. Auf regionaler Ebene existieren jedoch erhebliche Unterschiede bei der Umsetzung des SKS durch die einzelnen lokalen Behörden. Wir ergänzen unsere Analyse mit Erkenntnissen aus 10 Tiefeninterviews, die Einblicke in die Erfahrungen und Perspektiven in China ansässiger bayerischer Unternehmen im Kontext des SKS gewähren. Unsere Gesamtauswertung fließt in Handlungsempfehlungen ein, die sich auf potenzielle Unterstützungsmaßnahmen für bayerische Unternehmen mit chinesischen Tochtergesellschaften konzentrieren.
Subjects
JA Political science (General)
JZ International relations
Publisher DOI
Journal or Serie
Analysen und Studien
ISSN
2701-2379
Organization
Issue
8
Publisher
Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation
Submitter
Serrano, Omar Ramon
Citation apa
Serrano, O. R., Selmanovic, S., Lee, B., & Arndt, L. (2022). Technoregulierung in China: bayerische Unternehmen im Sozialkreditsystem. In Analysen und Studien (Issue 8). Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation. https://doi.org/10.24451/arbor.20143
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Attribution 4.0 International
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