Wahlfreiheit beim Wohnen: Forschungsstand und praktische Erfahrungen.
Version
Published
Date Issued
2017
Author(s)
Steinhart, Ingmar
Editor(s)
Wienberg, Günther
Steinhart, Ingmar
Type
Book Chapter
Language
German
Abstract
Aus den alten, maroden Anstalten sind für die Akutbehandlung in der Post-Enquete-Ära sehr gut restaurierte Behandlungszentren geworden. Für die Eingliederungshilfe hat die Dezentralisierung in verkleinerte Einrichtungen und Kleinstheime ebenfalls eine deutlich verbesserte Personalsituation gebracht und die auf den Kerngeländen der Anstalten verbliebenen (Gross-)Heime haben sich nicht nur neue Türschilder geleistet, sondern setzen überwiegend neue fachliche Inhalte und Konzeptionen um - auch wenn sich noch zahlreiche z.T. immer noch sehr abseits gelegene psychiatrische Heimbereiche mit über hundert Plätzen in dieses Jahrtausend gerettet haben.
Strukturell gilt: Die neuen Psychiatrie-Wohneinrichtungen sind überwiegend angekommen im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Aber war's das? Wo ist der Drive der Normalisierungsdebatte aus dem letzten Jahrtausend geblieben? Haben wir in den vierzig Jahren mehr als eine strukturelle "Umhospitalisierung" in ein neues gemeindepsychiatrisches Sondersystem geschafft? Erschwerend kommt hinzu, dass wir in den letzten Jahren in Deutschland versäumt haben, diesen Umbruchprozess der Psychiatrie durch intelligente Versorgungsforschungsansätze zu evaluieren, deren Ergebnisse jetzt hilfreich zur Bewertung und Weiterentwicklung wären. Gerade für den Bereich Wohnen liegt im deutschen Sprachraum trotz steigender Fallzahlen erschreckend wenig wissenschaftliche Evidenz vor; von Multicenterstudien mit dem Vergleich unterschiedlicher Hilfeansätze und das gar im internationalen Vergleich können wir leider nur träumen. Der gesamte Prozess der "Heimpsychiatrie" der letzten Jahrzehnte war sicherlich wichtig und richtig; aber: warum nur sind wir auf halber Strecke stehen geblieben, was ist aus den "alten Psychiatriethemen" der Selbstbestimmung und Wahlfreiheit geworden? Haben wir uns alle gemeinsam im Gemeindepsychiatrischen Verbund "eingerichtet"? Warum "lahmt" die Psychiatriereform?
Strukturell gilt: Die neuen Psychiatrie-Wohneinrichtungen sind überwiegend angekommen im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Aber war's das? Wo ist der Drive der Normalisierungsdebatte aus dem letzten Jahrtausend geblieben? Haben wir in den vierzig Jahren mehr als eine strukturelle "Umhospitalisierung" in ein neues gemeindepsychiatrisches Sondersystem geschafft? Erschwerend kommt hinzu, dass wir in den letzten Jahren in Deutschland versäumt haben, diesen Umbruchprozess der Psychiatrie durch intelligente Versorgungsforschungsansätze zu evaluieren, deren Ergebnisse jetzt hilfreich zur Bewertung und Weiterentwicklung wären. Gerade für den Bereich Wohnen liegt im deutschen Sprachraum trotz steigender Fallzahlen erschreckend wenig wissenschaftliche Evidenz vor; von Multicenterstudien mit dem Vergleich unterschiedlicher Hilfeansätze und das gar im internationalen Vergleich können wir leider nur träumen. Der gesamte Prozess der "Heimpsychiatrie" der letzten Jahrzehnte war sicherlich wichtig und richtig; aber: warum nur sind wir auf halber Strecke stehen geblieben, was ist aus den "alten Psychiatriethemen" der Selbstbestimmung und Wahlfreiheit geworden? Haben wir uns alle gemeinsam im Gemeindepsychiatrischen Verbund "eingerichtet"? Warum "lahmt" die Psychiatriereform?
ISBN
978-3-88414-670-5
Organization
Publisher
Psychiatrie Verlag
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Citation apa
Richter, D., & Steinhart, I. (2017). Wahlfreiheit beim Wohnen: Forschungsstand und praktische Erfahrungen. In G. Wienberg & I. Steinhart (Eds.), Rundum Ambulant : Funktionales Basismodell psychiatrischer Versorgung in der Gemeinde (pp. 261–276). Psychiatrie Verlag. https://doi.org/10.24451/arbor.6628
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Wahlfreiheit beim Wohnen Forschungsstand und praktische Erfahrungen.pdf
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