Konstanz und Veränderung in der musikalischen Struktur der marokkanischen andalusi-Musik am Beispiel von Aufnahmen aus den Jahren 1932 und 2018
Version
Published
Date Issued
2019-10-19
Author(s)
Type
Conference Paper
Language
German
Abstract
Seit dem frühen 20. Jahrhundert war die arabisch-marokkanische andalusi-Musik, deren Standard-Narrativ lautet, sie sei seit der Vertreibung der Muslime aus Spanien im 15. Jahrhundert annähernd gleich geblieben, Gegenstand zahlreicher Publikationen. Alexis Chottin (1891–1975) war einer der Ersten, der sowohl die seit dem 18. Jahrhundert auch schriftlich fixierten Texte untersucht als auch die bis dahin nur mündlich überlieferten Melodien notiert hat. Da sich die Notation der andalusi-Musik jedoch bis heute auf die Hauptstimme beschränkt, war es das Ziel meines Forschungsprojekts erstmals die heterophone Struktur der andalusi-Musik – und deren eventuelle Veränderung – durch die Transkription früher historischer Aufnahmen vom Kongress für arabische Musik in Kairo 1932 im Vergleich mit Aufnahmen derselben Stücke von 2018 sichtbar zu machen.
In mehreren Feldforschungsreisen nach Marokko (2014–2017, teilweise von Pro Helvetia finanziert) konnte ich die heutige andalusi-Musikpraxis und deren Unterricht an den Konservatorien in Fès und Tétouan dokumentieren. Die Einladung des Ensemble Harrate aus Rabat nach Basel 2018 ermöglichte die Aufnahme mehrerer Stücke aus dem Repertoire von Kairo 1932 in einer vergleichbaren Besetzung. Auf der Basis von Chottins Notation von 1931 in Verbindung mit Audio- bzw. Video-Aufnahmen derselben Stücke von 1932, (1989) und 2018 konnte ich die jeweilige Aufführungspraxis detailliert analysieren. Dieser Vergleich – über einen Zeitraum von 87 Jahren – ermöglichte es Antworten auf die Frage zum Verhältnis von Konstanz und Veränderung in der musikalischen Struktur der andalusi-Tradition zu geben.
In mehreren Feldforschungsreisen nach Marokko (2014–2017, teilweise von Pro Helvetia finanziert) konnte ich die heutige andalusi-Musikpraxis und deren Unterricht an den Konservatorien in Fès und Tétouan dokumentieren. Die Einladung des Ensemble Harrate aus Rabat nach Basel 2018 ermöglichte die Aufnahme mehrerer Stücke aus dem Repertoire von Kairo 1932 in einer vergleichbaren Besetzung. Auf der Basis von Chottins Notation von 1931 in Verbindung mit Audio- bzw. Video-Aufnahmen derselben Stücke von 1932, (1989) und 2018 konnte ich die jeweilige Aufführungspraxis detailliert analysieren. Dieser Vergleich – über einen Zeitraum von 87 Jahren – ermöglichte es Antworten auf die Frage zum Verhältnis von Konstanz und Veränderung in der musikalischen Struktur der andalusi-Tradition zu geben.
Subjects
DT Africa
M Music
MT Musical instruction and study
Organization
Conference
CH-EM, Schweizerische Gesellschaft für Ethnomusikologie, Herbsttagung
Submitter
HirschT
Citation apa
Hirsch, T. (2019). Konstanz und Veränderung in der musikalischen Struktur der marokkanischen andalusi-Musik am Beispiel von Aufnahmen aus den Jahren 1932 und 2018. CH-EM, Schweizerische Gesellschaft für Ethnomusikologie, Herbsttagung. https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/40683
