Unterschätzte Suizidraten durch unterschiedliche Erfassung in den Gesundheitsämtern
Version
Published
Date Issued
2006-05
Author(s)
Type
Article
Language
German
Abstract
Einleitung: Suizide sind ein wichtiger Indikator
der Gesundheitsberichterstattung des Bundes
und der Länder. Suizidraten variieren jedoch in
allen Bundesländern auch kleinräumig erheblich. Ihre valide Kodierung im Rahmen der Todesursachenstatistik erfordert die Zusammenführung von Informationen aus multiplen Datenquellen der Gesundheitsämter und gegebenenfalls von Polizei, Staatsanwaltschaft und
Rechtsmedizin. Der Einfluss von Vollständigkeit und Qualität dieser Informationen auf die
entsprechende Suizidrate ist unbekannt.
Methoden: Die Autoren untersuchten in fünf
Gemeinden in Nordrhein-Westfalen alle Totenscheine der Jahre 2002 und 2003 auf erfasste
Suizide und verglichen diese mit den offiziellen
Suizidraten aus dem Landesinstitut für öffentliche Gesundheit (LÖGD). Ziel war es herauszufinden, ob die Datenvollständigkeit und -qualität die erfassten Raten beeinflussen.
Ergebnisse: In den Jahren 1998 bis 2002 sank
die offizielle Rate der Suizide in NRW von 9,41
auf 8,44 pro 100 000 und die Rate der unklaren
Todesfälle stieg von 22,6 auf 27,1. Bei Durchsicht der Todesbescheinigungen der fünf Gemeinden wurden insgesamt 44 undokumentierte Suizide entdeckt und damit insgesamt eine Unterschätzung der Suizidrate von elf Prozent ermittelt. In drei von fünf Gesundheitsämtern wurden vorhandene oder im Prinzip verfügbare Zusatzinformationen zum Totenschein
für die Suiziderfassung nicht genutzt.
Schlussfolgerung: Das Management des Totenscheins im Gesundheitsamt beeinflusst die lokale Suizidrate erheblich. In der Mehrheit der
Gesundheitsämter führt die Nichtberücksichtigung aktuell vorhandener oder potenziell verfügbarer Informationen zu einer systematischen Unterschätzung der Suizidraten.
der Gesundheitsberichterstattung des Bundes
und der Länder. Suizidraten variieren jedoch in
allen Bundesländern auch kleinräumig erheblich. Ihre valide Kodierung im Rahmen der Todesursachenstatistik erfordert die Zusammenführung von Informationen aus multiplen Datenquellen der Gesundheitsämter und gegebenenfalls von Polizei, Staatsanwaltschaft und
Rechtsmedizin. Der Einfluss von Vollständigkeit und Qualität dieser Informationen auf die
entsprechende Suizidrate ist unbekannt.
Methoden: Die Autoren untersuchten in fünf
Gemeinden in Nordrhein-Westfalen alle Totenscheine der Jahre 2002 und 2003 auf erfasste
Suizide und verglichen diese mit den offiziellen
Suizidraten aus dem Landesinstitut für öffentliche Gesundheit (LÖGD). Ziel war es herauszufinden, ob die Datenvollständigkeit und -qualität die erfassten Raten beeinflussen.
Ergebnisse: In den Jahren 1998 bis 2002 sank
die offizielle Rate der Suizide in NRW von 9,41
auf 8,44 pro 100 000 und die Rate der unklaren
Todesfälle stieg von 22,6 auf 27,1. Bei Durchsicht der Todesbescheinigungen der fünf Gemeinden wurden insgesamt 44 undokumentierte Suizide entdeckt und damit insgesamt eine Unterschätzung der Suizidrate von elf Prozent ermittelt. In drei von fünf Gesundheitsämtern wurden vorhandene oder im Prinzip verfügbare Zusatzinformationen zum Totenschein
für die Suiziderfassung nicht genutzt.
Schlussfolgerung: Das Management des Totenscheins im Gesundheitsamt beeinflusst die lokale Suizidrate erheblich. In der Mehrheit der
Gesundheitsämter führt die Nichtberücksichtigung aktuell vorhandener oder potenziell verfügbarer Informationen zu einer systematischen Unterschätzung der Suizidraten.
Journal or Serie
Deutsches Ärzteblatt
Publisher URL
Organization
Volume
103
Issue
18
Publisher
Deutscher Ärzteverlag GmbH
Submitter
Richter, Dirk
Citation apa
Vennemann, M., Baune, B., Richter, D., & Berger, K. (2006). Unterschätzte Suizidraten durch unterschiedliche Erfassung in den Gesundheitsämtern. In Deutsches Ärzteblatt (Vol. 103, Issue 18). Deutscher Ärzteverlag GmbH. https://doi.org/10.24451/arbor.12401
Note
Date: 2006
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Name
a1222.pdf
License
Publisher
Version
published
Size
163.8 KB
Format
Adobe PDF
Checksum (MD5)
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