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Stellenwert der Physiotherapie bei nicht-übertragbaren Krankheiten und Stürzen in der Schweiz: Leitlinien-basierte Empfehlungen und Kosteneffektivität

URI
https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/44825
Date Issued
2024
Author(s)
Schurz, Alexander Philipp  
Taeymans, Jan  
Baur, Heiner  
Lutz, Nathanael  
Type
Report
Language
German
Abstract
Hintergrund: Nicht-übertragbare Krankheiten (NCD) sind für den Grossteil der Krankheitslast in der Schweiz verantwortlich. Rund 80% der direkten Gesundheitskosten werden durch NCD verursacht. Die Physiotherapie ist ein elementarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung und spielt beim Management von NCD eine wesentliche Rolle. Um diese Rolle aus wissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten, beabsichtigte die vorliegende Studie, eine systematische Literatursuche zu klinischen Leitlinien (KL) durchzuführen und empfohlene physiotherapeutische Massnahmen zu identifizieren. Ein zweites Ziel dieser Arbeit bestand darin, für NCD, bei deren Versorgung die Physiotherapie eine zentrale Rolle übernimmt, die gesundheitsökonomische Literatur zu konsultieren, um eine Aussage zur Kosteneffektivität machen zu können. Methode: In der ersten Phase erfolgte eine Priorisierung besonders einflussreicher NCD im Kontext der Schweiz. Zu diesem Zweck wurden Daten zur Prävalenz und Krankheitslast in Form von Disability Adjusted Life Years (DALY) zusammengetragen. Anhand dieser Auswahl aus Phase eins erfolgte in der zweiten Phase eine systematische Suche nach KL in Datenbanken und Registern. Die Empfehlungen dieser KL, welche in den Kompetenzbereich der Physiotherapie fallen, wurden extrahiert und den Kategorien «starke Empfehlung», «moderate Empfehlung» und «Empfehlung dagegen» zugeordnet. Die Kategorie «Empfehlung dagegen» bezieht sich auf Massnahmen, welche laut den KL nicht durchgeführt werden sollen. In der letzten Phase wurde für einige NCD, bei welchen die Physiotherapie laut KL einen zentralen Bestandteil der medizinischen Versorgung darstellt, gesundheitsökonomische Studien gesucht, um Aussagen zur Kosteneffektivität machen zu können. Resultate: Insgesamt wurden 21 NCD berücksichtigt, welche in 9 Kategorien zusammengefasst wurden: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Verdauungssystems, Diabetes und Nierenkrankheiten, psychische Erkrankungen, muskuloskelettale Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, chronische respiratorische Erkrankungen und Stürze. Zu jeder dieser 21 NCD konnte eine KL identifiziert werden. Bei 11 dieser NCD wurde mindestens eine physiotherapeutische Intervention mit einem starken Empfehlungsgrad abgegeben. Bei 13 NCD wurde mindestens eine moderate Empfehlung und bei 5 keine physiotherapeutischen Empfehlungen ausgesprochen. Mehr als die Hälfte der starken und moderaten Empfehlungen beinhalten Aspekte der medizinischen Trainingstherapie und der Förderung von körperlicher Aktivität sowie jeweils 10% der starken und moderaten Empfehlungen edukative oder beratende Massnahmen. Bei 5% der starken und 7% der moderaten Empfehlungen der 21 untersuchten NCD handelt es sich um passive Interventionen wie beispielsweise manuelle Therapie oder Weichteiltechniken. Drei systematische Reviews und eine modellbasierte Studie konnten identifiziert werden, welche Aussagen zur Kosteneffektivität der empfohlenen physiotherapeutischen Massnahmen untersuchten. Diese beziehen sich auf ischämische Herzerkrankung, Diabetes Mellitus Typ 2, Rückenschmerzen und Kniearthrose. Bei allen vier Krankheiten zeigte sich, dass die Umsetzung der empfohlenen Interventionen kosteneffektiv war. Schlussfolgerung: Die untersuchten KL empfehlen für einen Grossteil der NCD den Einsatz physiotherapeutischer Massnahmen. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Physiotherapie bei muskuloskelettalen Erkrankungen wie Arthrose und Rückenschmerzen, in der Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Typ-2-Diabetes sowie in der Prävention und Rehabilitation von Stürzen. Der Schwerpunkt dieser Empfehlungen liegt überwiegend auf medizinischer Trainingstherapie, der Förderung körperlicher Aktivität sowie auf edukativen und beratenden Massnahmen. Gesundheitsökonomische Evaluationen zeigen zudem, dass die Umsetzung dieser Empfehlungen kosteneffektiv ist. Um den Nutzen der Physiotherapie bei NCD voll auszuschöpfen, sind alle Stakeholder gefordert. Fachhochschulen müssen Studierende entsprechend ausbilden, die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die eine Umsetzung der KL-basierten Empfehlungen bei fairen Tarifen sowie angemessener Therapiedauer und -intensität ermöglichen. Physiotherapeut:innen und ihre Verbände wiederum müssen sich den neuen Herausforderungen des Gesundheitssystems stellen, veraltete Gewohnheiten überdenken und sich auf eine evidenzbasierte Praxis ausrichten.
DOI
https://doi.org/10.24451/dspace/11592
Related URL
https://physioswiss.ch/
Organization
Public Health und physiotherapiebezogene Gesundheitsökonomie  
Physiotherapie  
Gesundheit  
Sponsors
Physioswiss
Publisher
Physsioswiss
Submitter
Lutz, Nathanael
Citation apa
Schurz, A. P., Taeymans, J., Baur, H., & Lutz, N. (2024). Stellenwert der Physiotherapie bei nicht-übertragbaren Krankheiten und Stürzen in der Schweiz: Leitlinien-basierte Empfehlungen und Kosteneffektivität. Physsioswiss. https://doi.org/10.24451/dspace/11592
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Endbericht-PT-NCD-V2.pdf

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