Sorge unter Druck: Mutterschaft im Kontext von Erwerbsarmut. Vortrag in der Arbeitsgruppe: Zwischen Ideal und Wirklichkeit: «gute Elternschaft» im Kontext von Erwerbsarmut
Version
Published
Date Issued
2026-03-25
Author(s)
Type
Conference Paper
Language
German
Abstract
Das Ideal des «intensive mothering» (Hays 1998) verlangt von Müttern eine aufopferungsvolle, emotional und zeitlich umfassende Fürsorge im Dienst des Kindes, eine Norm, die soziale Ressourcen voraussetzt, aber – zumindest in westlichen Gesellschaften – als universeller Anspruch verhandelt wird. Der Beitrag fragt, wie Mütter im Kontext von Erwerbsarmut dieses Ideal wahrnehmen, inwieweit sie sich daran orientieren, welche Herausforderungen sich daraus ergeben und welche Konsequenzen für Selbstverständnis, Familienleben und gesellschaftliche Teilhabe entstehen.
Im Zentrum stehen dabei die Perspektiven der betroffenen Mütter: Wie verarbeiten sie die Spannung zwischen normativen Anforderungen und sozioökonomischen Einschränkungen? Welche Formen der Anerkennung oder Abwertung erfahren sie, z. B. durch Fachkräfte, Institutionen oder ihr soziales Umfeld? Zugleich wird thematisiert, wie Sorgetätigkeit in gesellschaftlichen Diskursen von Erwerbsarbeit entkoppelt, als private Verantwortung unsichtbar gemacht und dadurch systematisch entwertet wird. Diese Marginalisierung führt dazu, dass Frauen, insbesondere Mütter in prekären Lebenslagen, zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Defizite werden. Der Beitrag plädiert für eine erziehungswissenschaftliche Perspektive, die Anforderungen an Mutterschaft im Kontext struktureller Ungleichheiten angemessen wahrnimmt und Sorgetätigkeit als zentrale gesellschaftliche Ressource anerkennt.
Im Zentrum stehen dabei die Perspektiven der betroffenen Mütter: Wie verarbeiten sie die Spannung zwischen normativen Anforderungen und sozioökonomischen Einschränkungen? Welche Formen der Anerkennung oder Abwertung erfahren sie, z. B. durch Fachkräfte, Institutionen oder ihr soziales Umfeld? Zugleich wird thematisiert, wie Sorgetätigkeit in gesellschaftlichen Diskursen von Erwerbsarbeit entkoppelt, als private Verantwortung unsichtbar gemacht und dadurch systematisch entwertet wird. Diese Marginalisierung führt dazu, dass Frauen, insbesondere Mütter in prekären Lebenslagen, zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Defizite werden. Der Beitrag plädiert für eine erziehungswissenschaftliche Perspektive, die Anforderungen an Mutterschaft im Kontext struktureller Ungleichheiten angemessen wahrnimmt und Sorgetätigkeit als zentrale gesellschaftliche Ressource anerkennt.
Publisher URL
Organization
Conference
Brüche: 30. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
Submitter
Vogel Campanello, Margot
Citation apa
Vogel Campanello, M. (2026). Sorge unter Druck: Mutterschaft im Kontext von Erwerbsarmut. Vortrag in der Arbeitsgruppe: Zwischen Ideal und Wirklichkeit: «gute Elternschaft» im Kontext von Erwerbsarmut. Brüche: 30. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. https://arbor.bfh.ch/handle/arbor/47317
