Opakglas: ein fast vergessener Werkstoff in der Architektur
Version
Published
Date Issued
2021-11-06
Author(s)
Type
Conference Paper
Language
German
Abstract
Das heute kaum noch bekannte Opakglas stellt wie das kostspielige Spiegel-Kristallglas eine Glassorte dar, die nach dem Erkalten des Glasflusses durch Schleifen bis zur grösstmöglichen Glätte der Oberfläche veredelt wurde. An Aussenfassaden kam es erstmals in den 1920er-Jahren vor, vor allem an Kaufhausfassaden (z. B. Kaufhaus Sinn, Gelsenkirchen, 1928). Bereits im «Haus am Horn» (1924), dem berühmten Musterhaus-Entwurf des Bauhauses, kommt Opakglas im Innenraum an Fensterbrüstungen und vor allem im ursprünglich ganzflächig verglasten Badezimmer des Hauses vor. Zeitgleich mit der Entwicklung anderer neuartiger Materialien im Architekturzusammenhang (Triolin, Gummi) empfahl sich das Opakglas als ästhetisch besonders attraktives, reines und weitgehend fugenlos verlegbares, hygienisches Material, das in den schönsten Farben hergestellt werden konnte.
Während das verzerrungsfrei transparente Spiegel-Kristallglas durch das billigere und weitaus weniger qualitätsvolle Float-Glas spätestens seit den 1970er-Jahren endgültig abgelöst wurde, gab es mehrfach Wiederbelebungsversuche einer Verwendung von Opakglas in der Architektur. Diese Versuche blieben vermutlich auch aufgrund der einsetzenden Verwendung von Kunststoffen und anderen industriell hergestellten Materialien für Fassaden und Innenräume marginal. Interessanterweise finden sich gerade in den letzten Jahren erneut Verwendungen von Gläsern, die an historisches Opakglas erinnern, an Aussenfassaden (Chipperfield, Architektenduo Panorama).
Da diese Glassorte sehr aussagefähig ist im Hinblick auf die ästhetischen und semantischen Dimensionen der Architektur der Klassischen Moderne soll hier diese fast vergessene Glassorte als Antagonist zur makellosen Transparenz des verzerrungsfreien Spiegel-Kristallglases untersucht werden. Dabei soll auch auf Fehlinterpretationen in der Restaurierung/Sanierung von Opakglas hingewiesen werden.
Während das verzerrungsfrei transparente Spiegel-Kristallglas durch das billigere und weitaus weniger qualitätsvolle Float-Glas spätestens seit den 1970er-Jahren endgültig abgelöst wurde, gab es mehrfach Wiederbelebungsversuche einer Verwendung von Opakglas in der Architektur. Diese Versuche blieben vermutlich auch aufgrund der einsetzenden Verwendung von Kunststoffen und anderen industriell hergestellten Materialien für Fassaden und Innenräume marginal. Interessanterweise finden sich gerade in den letzten Jahren erneut Verwendungen von Gläsern, die an historisches Opakglas erinnern, an Aussenfassaden (Chipperfield, Architektenduo Panorama).
Da diese Glassorte sehr aussagefähig ist im Hinblick auf die ästhetischen und semantischen Dimensionen der Architektur der Klassischen Moderne soll hier diese fast vergessene Glassorte als Antagonist zur makellosen Transparenz des verzerrungsfreien Spiegel-Kristallglases untersucht werden. Dabei soll auch auf Fehlinterpretationen in der Restaurierung/Sanierung von Opakglas hingewiesen werden.
Subjects
N Visual arts (General) For photography, see TR
NA Architecture
NK Decorative arts Applied arts Decoration and ornament
Related URL
Project(s)
Interdepartementales Forschungsprojekt der Berner Fachhochschule - Fassadenglas - Kriterien für einen verantwortungsbewussten, konservatorisch sinnvollen Umgang mit Bausubstanz der Moderne
Conference
International Symposium: Glass in Architecture: From the Post-Industrial Era: Production, Use And Conservation
Submitter
Krauter KelleinA
Citation apa
Krauter Kellein, A. (2021). Opakglas: ein fast vergessener Werkstoff in der Architektur. International Symposium: Glass in Architecture: From the Post-Industrial Era: Production, Use And Conservation. https://doi.org/10.24451/arbor.20323
