Von Bereichsethiken zu interprofessionellen Lernformaten in Aus-, Fort- und Weiterbildung: Didaktische Konzepte und praktische Erfahrungen
Version
Published
Identifiers
10.1007/s00481-026-00903-x
Date Issued
2026-02
Author(s)
Type
Article
Language
German
Abstract
Lange herrschte in der Medizinethik ein Konzept von Bereichsethiken vor, das pflegerische, therapeutische und ärztliche Perspektiven als eigene, sich ergänzende Sichtweisen betrachtete. Die ethische Aus‑, Fort- und Weiterbildung fokussierte daher oftmals auf professionelle Berufsrollen, die dann z. B. als „pflegeethische“ oder „ärztlich ethisch begründete“ Perspektiven aufeinanderstießen. Das sich in den letzten Jahrzehnten entwickelnde Verständnis von Medizin als genuin kollaborativer Praxis stellt neu spezifische Anforderungen an die ethische Bildung von Gesundheitsfachpersonen, die nebst inter- auch transprofessionelle Kompetenzen umfassen.
Auf der Basis aktueller Literatur und einem Austausch der Erfahrungen der Autor:innen in der Lehre und Weiterbildung zu Ethik in den Gesundheitsberufen und zur Ethikberatung wird die Entwicklung bereichsethischer Perspektiven nachgezeichnet und in ein konzeptionelles Modell überführt, das inter- und transprofessionelle Inhalte und Formate entfaltet.
Für die interprofessionelle Ethiklehre bedeutsam ist ein Verständnis von Medizin als kollaborativer Praxis, für welches sich der „quintuple aim of health care“ eignet. Dieses erfordert eine „team based moral agency“, welche nur realisierbar ist, wenn der Unterricht in allen Stufen der Aus‑, Fort- und Weiterbildung gefördert und von Beginn an interprofessionell gestaltet wird. Dies verlangt neue Methoden, Formate und didaktische Konzepte, etwa interprofessionelle Simulationen von Teamprozessen, Gesprächen mit Patient:innen und auch einfache interprofessionelle ethische Fallberatungen bereits in der Aus- und Weiterbildung. Diese werden mit Beispielen aus der Literatur und Praxis illustriert.
Berufsrollen und fachspezifische Expertisen bleiben in der klinischen Versorgung essenziell, ebenso wie der regelmäßige Austausch „zwischen“ den Professionen. Gleichzeitig erfordert die ethische Komplexität und Interdependenz von Versorgungsstrukturen, individuellen Lebenslagen und konkreten Rahmenbedingungen eine transprofessionelle Sichtweise im Sinne einer „team based moral agency“. In einem normativen Sinne resultiert daraus das Verständnis eines „interprofessional professionalism“, das über die tradierten Bereichsethiken hinausgeht und auch für die Didaktik der Fortbildung zur Klinischen Ethikberatung Konsequenzen hat.
Auf der Basis aktueller Literatur und einem Austausch der Erfahrungen der Autor:innen in der Lehre und Weiterbildung zu Ethik in den Gesundheitsberufen und zur Ethikberatung wird die Entwicklung bereichsethischer Perspektiven nachgezeichnet und in ein konzeptionelles Modell überführt, das inter- und transprofessionelle Inhalte und Formate entfaltet.
Für die interprofessionelle Ethiklehre bedeutsam ist ein Verständnis von Medizin als kollaborativer Praxis, für welches sich der „quintuple aim of health care“ eignet. Dieses erfordert eine „team based moral agency“, welche nur realisierbar ist, wenn der Unterricht in allen Stufen der Aus‑, Fort- und Weiterbildung gefördert und von Beginn an interprofessionell gestaltet wird. Dies verlangt neue Methoden, Formate und didaktische Konzepte, etwa interprofessionelle Simulationen von Teamprozessen, Gesprächen mit Patient:innen und auch einfache interprofessionelle ethische Fallberatungen bereits in der Aus- und Weiterbildung. Diese werden mit Beispielen aus der Literatur und Praxis illustriert.
Berufsrollen und fachspezifische Expertisen bleiben in der klinischen Versorgung essenziell, ebenso wie der regelmäßige Austausch „zwischen“ den Professionen. Gleichzeitig erfordert die ethische Komplexität und Interdependenz von Versorgungsstrukturen, individuellen Lebenslagen und konkreten Rahmenbedingungen eine transprofessionelle Sichtweise im Sinne einer „team based moral agency“. In einem normativen Sinne resultiert daraus das Verständnis eines „interprofessional professionalism“, das über die tradierten Bereichsethiken hinausgeht und auch für die Didaktik der Fortbildung zur Klinischen Ethikberatung Konsequenzen hat.
Subjects
BJ Ethics
L Education
Publisher DOI
Journal or Serie
Ethik in der Medizin
ISSN
0935-7335
Organization
Volume
38
Publisher
Springer
Submitter
Monteverde, Settimio
Citation apa
Keller, M., Krones, T., & Monteverde, S. (2026). Von Bereichsethiken zu interprofessionellen Lernformaten in Aus-, Fort- und Weiterbildung: Didaktische Konzepte und praktische Erfahrungen. In Ethik in der Medizin (Vol. 38). Springer. https://doi.org/10.24451/arbor.13039
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Name
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627.02 KB
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Checksum (MD5)
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