Hamstring Reflex Aktivität bei gesunden, VKB konservativ und VKB operativ behandelten Probanden
Version
Published
Date Issued
2022-06-01
Author(s)
Köcker, Sebastian
Boesch, Leonore
Henle, Philippe
Bruhn, Sven
Type
Article
Language
German
Subjects
Abstract
Fragestellung: Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (VKB) sind bei jungen Sportlerinnen und Sportlern häufig. Eine verminderte sportliche Leistungsfähigkeit, gestörte neuromuskuläre Funktion, ein erhöhtes Risiko für sekundäre Knieverletzungen und eine früh einsetzende Arthrose sind als Langzeitfolgen bekannt. Die neuromuskuläre Reflexaktivität spielt eine entscheidende Rolle für die funktionelle Stabilität, die Leistungsfähigkeit und die Verletzungsresistenz des Kniegelenks. In aktuellen Studien zur neuromuskulären Reflexaktivität fehlt es häufig an homogenen Gruppen, an Vergleichen zwischen operativ (ACLR) und konservativ behandelten Personen (ACLC) sowie an einer gesunden Kontrollgruppe (ACLI). Ziel dieser Studie war es daher, die Reflexaktivität der ischiocruralen Muskulatur bei einem Tibia- Perturbationsversuch bei ACLC und ACLR im Vergleich zu ACLI zu untersuchen.
Methodik: In einer Querschnittsstudie wurde die neuromuskuläre Aktivität des M. biceps femoris (BF) und des M. semitendinosus (ST) mittels Elektromyographie bei 14 ACLC (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 36 ± 10Jahre; Größe 170,3 ± 8,0 cm; Gewicht 73,8 ± 16,7 kg), 14 ACLR (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 32 ± 13 Jahre, Größe 172,9 ± 7,3 cm; Gewicht 76,6 ± 17,5 kg) ein Jahr nach der Verletzung (Monat 12 ± 1) und bei 14 gesunde Kontrollpersonen (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 35 ± 7 Jahre; Größe 174,9 ± 6,0 cm; Gewicht 69,8 ± 7,3 kg) gemessen. Als Aufwärmen wurde ein Gehen auf dem Laufband mit Aufnahme der Muskelaktivitäten zur submaximalen Normalisierung durchgeführt. Die Dehnungsreflexe der ischiocruralen Muskulatur wurden an der verletzten Extremität durch eine künstlich induzierte Tibia-Perturbation in stehender Position ausgelöst. Die normalisierten Root Mean Squares für jeden Muskel wurden in vier Zeiträumen berechnet (T0 preactivity; T1 short latency; T2 medium latency; T3 late latency). Eine univariate ANOVA verglich verletzte Beine der ACLC und ACLR und ein randomisiertes Bein der ACLI (alpha = 0,05). Zusätzlich wurden LSD-Post-hoc-Analysen für Gruppenvergleiche durchgeführt.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Im Vergleich zu gesunden ACLI wurde eine signifikant erhöhte Aktivität in T0 gefunden ACLC (ST: + 57.7%; p < 0.001) und ACLR (ST: + 61.1%; p < 0.001) gefunden. In T1 waren signifikant reduzierte Aktivitäten vorhanden ACLC(BF:-44.1%; p = 0.03) und ACLR (BF:-45.1%; p = 0.02). Auch in T2 wurden signifikant verringerte Aktivitäten gezeigt für ACLC (BF:-52.7%, p = 0.03; ST:-67.8%, p < 0.001) und ACLR (BF:-54.7%,p = 0.02; ST- 68.7%, p < 0.001) im Vergleich zu ACLI. Zwischen den Gruppen ACLC und ACLR wurden keine signifikanten Unterschiede für alle Zeiträume festgestellt (p > 0.56).
Ein Jahr nach einer VKB-Verletzung wurden im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe bei konservativ behandelten und VKB-rekonstruierten Patienten veränderte neuromuskuläre Reflexaktivitäten gezeigt. Standard-Rehabilitationsprotokolle sind möglicherweise nicht in der Lage, die neuromuskuläre Aktivität zu normalisieren.
Knieverletzungen, Vorderes Kreuzband, Reflexe, Elektromyographie, Hamstring Muskulatur
Methodik: In einer Querschnittsstudie wurde die neuromuskuläre Aktivität des M. biceps femoris (BF) und des M. semitendinosus (ST) mittels Elektromyographie bei 14 ACLC (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 36 ± 10Jahre; Größe 170,3 ± 8,0 cm; Gewicht 73,8 ± 16,7 kg), 14 ACLR (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 32 ± 13 Jahre, Größe 172,9 ± 7,3 cm; Gewicht 76,6 ± 17,5 kg) ein Jahr nach der Verletzung (Monat 12 ± 1) und bei 14 gesunde Kontrollpersonen (Geschlecht 7 weiblich, 7 männlich; Alter 35 ± 7 Jahre; Größe 174,9 ± 6,0 cm; Gewicht 69,8 ± 7,3 kg) gemessen. Als Aufwärmen wurde ein Gehen auf dem Laufband mit Aufnahme der Muskelaktivitäten zur submaximalen Normalisierung durchgeführt. Die Dehnungsreflexe der ischiocruralen Muskulatur wurden an der verletzten Extremität durch eine künstlich induzierte Tibia-Perturbation in stehender Position ausgelöst. Die normalisierten Root Mean Squares für jeden Muskel wurden in vier Zeiträumen berechnet (T0 preactivity; T1 short latency; T2 medium latency; T3 late latency). Eine univariate ANOVA verglich verletzte Beine der ACLC und ACLR und ein randomisiertes Bein der ACLI (alpha = 0,05). Zusätzlich wurden LSD-Post-hoc-Analysen für Gruppenvergleiche durchgeführt.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Im Vergleich zu gesunden ACLI wurde eine signifikant erhöhte Aktivität in T0 gefunden ACLC (ST: + 57.7%; p < 0.001) und ACLR (ST: + 61.1%; p < 0.001) gefunden. In T1 waren signifikant reduzierte Aktivitäten vorhanden ACLC(BF:-44.1%; p = 0.03) und ACLR (BF:-45.1%; p = 0.02). Auch in T2 wurden signifikant verringerte Aktivitäten gezeigt für ACLC (BF:-52.7%, p = 0.03; ST:-67.8%, p < 0.001) und ACLR (BF:-54.7%,p = 0.02; ST- 68.7%, p < 0.001) im Vergleich zu ACLI. Zwischen den Gruppen ACLC und ACLR wurden keine signifikanten Unterschiede für alle Zeiträume festgestellt (p > 0.56).
Ein Jahr nach einer VKB-Verletzung wurden im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe bei konservativ behandelten und VKB-rekonstruierten Patienten veränderte neuromuskuläre Reflexaktivitäten gezeigt. Standard-Rehabilitationsprotokolle sind möglicherweise nicht in der Lage, die neuromuskuläre Aktivität zu normalisieren.
Knieverletzungen, Vorderes Kreuzband, Reflexe, Elektromyographie, Hamstring Muskulatur
Subjects
R Medicine (General)
RC1200 Sports Medicine
Publisher DOI
Journal or Serie
Sports Orthopaedics and Traumatology (Sport-Orthopädie, Sport-Traumatologie)
ISSN
0949-328X
Publisher URL
Organization
Sponsors
Swiss National Science Foundation
Volume
38
Issue
2
Publisher
Elsevier Science Direkt
Submitter
Baur, Heiner
Citation apa
Köcker, S., Blasimann Schwarz, A., Busch, A., Boesch, L., Henle, P., Bruhn, S., & Baur, H. (2022). Hamstring Reflex Aktivität bei gesunden, VKB konservativ und VKB operativ behandelten Probanden. In Sports Orthopaedics and Traumatology (Sport-Orthopädie, Sport-Traumatologie) (Vol. 38, Issue 2, pp. 220–221). Elsevier Science Direkt. https://doi.org/10.24451/arbor.19012
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