Antizipierende Selbstbestimmung und Demenz: Implikationen der Reichweitenöffnung für die Praxis.
Version
Published
Date Issued
2010
Author(s)
Type
Article
Language
German
Abstract
Patientenverfügungen stehen bezüglich der Demenz vor spezifischen Erstellungs- und Anwendungsproblemen. Diese betreffen insofern relationale Aspekte von Autonomie, als Patienten [1] zur Ausübung von
Selbstbestimmung typischerweise auf das Handeln oder Unterlassen anderer angewiesen sind. Dies besonders
in Situationen, in denen das Sterben nicht zwingend bevorsteht. Ein in der Schweiz sich abzeichnender
Konsens betont den verbindlichen Charakter der Patientenverfügung. So begrüssenswert diese Entwicklung auch ist, eine vertiefte Diskussion über die Konsequenzen einer solchen Reichweitenöffnung in Bezug
auf die Demenz wird in der Schweiz bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht geführt. Diese müsste sowohl die
Situation des Erstellens als auch die der Umsetzung beleuchten, denn beide Momente sind immer auch
Ausdruck komplexer Interaktionen zwischen gesellschaftlicher Wahrnehmung von Demenz und der damit
verbundenen sozialen Praxis. Der Beitrag diskutiert prozedurale und inhaltliche Möglichkeiten, wie –
wenn die Reichweitenausdehnung für moralisch zulässig betrachtet wird – der «epistemische Graben»
zwischen der verfügenden gesunden Person und dem an Demenz erkrankten Patienten, wenn auch nicht
überwunden, so doch wenigstens verringert werden kann.
Key words: Patientenverfügung; Reichweitenöffnung; Selbstbestimmung; Demenzvorstellungen;
Urteilsunfähigkeit
Selbstbestimmung typischerweise auf das Handeln oder Unterlassen anderer angewiesen sind. Dies besonders
in Situationen, in denen das Sterben nicht zwingend bevorsteht. Ein in der Schweiz sich abzeichnender
Konsens betont den verbindlichen Charakter der Patientenverfügung. So begrüssenswert diese Entwicklung auch ist, eine vertiefte Diskussion über die Konsequenzen einer solchen Reichweitenöffnung in Bezug
auf die Demenz wird in der Schweiz bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht geführt. Diese müsste sowohl die
Situation des Erstellens als auch die der Umsetzung beleuchten, denn beide Momente sind immer auch
Ausdruck komplexer Interaktionen zwischen gesellschaftlicher Wahrnehmung von Demenz und der damit
verbundenen sozialen Praxis. Der Beitrag diskutiert prozedurale und inhaltliche Möglichkeiten, wie –
wenn die Reichweitenausdehnung für moralisch zulässig betrachtet wird – der «epistemische Graben»
zwischen der verfügenden gesunden Person und dem an Demenz erkrankten Patienten, wenn auch nicht
überwunden, so doch wenigstens verringert werden kann.
Key words: Patientenverfügung; Reichweitenöffnung; Selbstbestimmung; Demenzvorstellungen;
Urteilsunfähigkeit
Subjects
BJ Ethics
K Law (General)
R Medicine (General)
Journal
Bioethica Forum
ISSN
1662-601X
Organization
Volume
3
Issue
2
Publisher
Schweizerische Gesellschaft für Biomedizinische Ethik / Schwabe
Submitter
Monteverde, Settimio
Citation apa
Monteverde, S. (2010). Antizipierende Selbstbestimmung und Demenz: Implikationen der Reichweitenöffnung für die Praxis. In Bioethica Forum (Vol. 3, Issue 2). Schweizerische Gesellschaft für Biomedizinische Ethik / Schwabe. https://doi.org/10.24451/arbor.12156
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Name
Ethik_Monteverde.pdf
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Size
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