Tone Collection
Date Issued
2016
Type
Audiovisual Material & Event
Language
deu
Abstract
Mixed Media Installation:
In seiner Installation präsentiert Gilles Aubry acht Vinylplatten, die eine Auswahl
von 16 verschiedenen Aufnahmen eines einzelnen ‚Referenztons‘ aus der
Ersten Weltkrieg Sammlung des Lautarchivs der Humboldt‑Universität zu Berlin
beinhalten. Da damals noch keine standardisierte Aufnahmegeschwindigkeit
existierte, wurde dieser Referenzton – ursprünglich mit einer 435 Hz-Stimmpfeife
hergestellt – am Ende jeder Stimmaufnahme eines Gefangenen hinzugefügt, um
später deren Wiedergabegeschwindigkeit justieren zu können. Während die
Wiedergabegeschwindigkeit aller Aufnahmen aus der Sammlung 2004 im Zuge
ihrer Digitalisierung angepasst wurde, werden die Töne in der Installation ohne die
Geschwindigkeitsanpassung wiedergegeben.
Die Unterschiede in der Tonhöhe und Klangtextur werden im Vergleich hörbar,
wenn man die Platten auf drei Plattenspielern nebeneinander abspielt. Indem die
Arbeit so bestimmte materielle Unterschiede verdeutlicht, hinterfragt sie die
Herstellung wissenschaftlicher Beweise und die maßgebliche Rolle des
interpretierenden Zuhörers bei diesem Prozess.
Die Installation beinhaltet zudem eine Reihe von Schellack-Proben
unterschiedlicher Farben und Eigenschaften, wie sie auch heute noch hergestellt
werden. Schellack wurde einst aus Insekten in Indien und Thailand gewonnen,
nach Europa exportiert, dort veredelt und für die Produktion von Schallplatten wie
jenen in der Lautarchiv-Sammlung verwendet. Als Rohstoff war Schellack Teil
eines kolonialen Handelssystems, für dessen Verteidigung die Soldaten, die dann
im Lautarchiv aufgenommen wurden, im Ersten Weltkrieg kämpfen mussten.
In seiner Installation präsentiert Gilles Aubry acht Vinylplatten, die eine Auswahl
von 16 verschiedenen Aufnahmen eines einzelnen ‚Referenztons‘ aus der
Ersten Weltkrieg Sammlung des Lautarchivs der Humboldt‑Universität zu Berlin
beinhalten. Da damals noch keine standardisierte Aufnahmegeschwindigkeit
existierte, wurde dieser Referenzton – ursprünglich mit einer 435 Hz-Stimmpfeife
hergestellt – am Ende jeder Stimmaufnahme eines Gefangenen hinzugefügt, um
später deren Wiedergabegeschwindigkeit justieren zu können. Während die
Wiedergabegeschwindigkeit aller Aufnahmen aus der Sammlung 2004 im Zuge
ihrer Digitalisierung angepasst wurde, werden die Töne in der Installation ohne die
Geschwindigkeitsanpassung wiedergegeben.
Die Unterschiede in der Tonhöhe und Klangtextur werden im Vergleich hörbar,
wenn man die Platten auf drei Plattenspielern nebeneinander abspielt. Indem die
Arbeit so bestimmte materielle Unterschiede verdeutlicht, hinterfragt sie die
Herstellung wissenschaftlicher Beweise und die maßgebliche Rolle des
interpretierenden Zuhörers bei diesem Prozess.
Die Installation beinhaltet zudem eine Reihe von Schellack-Proben
unterschiedlicher Farben und Eigenschaften, wie sie auch heute noch hergestellt
werden. Schellack wurde einst aus Insekten in Indien und Thailand gewonnen,
nach Europa exportiert, dort veredelt und für die Produktion von Schallplatten wie
jenen in der Lautarchiv-Sammlung verwendet. Als Rohstoff war Schellack Teil
eines kolonialen Handelssystems, für dessen Verteidigung die Soldaten, die dann
im Lautarchiv aufgenommen wurden, im Ersten Weltkrieg kämpfen mussten.
Journal
Tone Collection
Conference
Digging Deep Crossing Far
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Name
Tone Collection_Aubry_G.pdf
License
Publisher
Version
published
Size
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Format
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Checksum (MD5)
88ac2f0b9523ae68b1b1fc0658531c31
