Öffnung der Hochschulausbildung nach «Aussen»: eine explorative Studie zur Identifizierung von Wirkungspotenzialen, Stolpersteinen und Voraussetzungen des Einbezugs des Praxisfelds der Sozialen Arbeit und der Bevölkerung in die Hochschullehre

Studer, Judith; Korell, Ilona Annik; Burgener, Ninja Maria; Chiapparini, Emanuela (2022). Öffnung der Hochschulausbildung nach «Aussen»: eine explorative Studie zur Identifizierung von Wirkungspotenzialen, Stolpersteinen und Voraussetzungen des Einbezugs des Praxisfelds der Sozialen Arbeit und der Bevölkerung in die Hochschullehre Bern: Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit

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Immer mehr Hochschulen öffnen ihre Lehrveranstaltungen nach «Aussen» und versuchen damit neben anderen Zielsetzungen, den an sie herangetragenen oder aber auch selbst gestellten Ansprüchen nach Mitwirkung und sozialer Verantwortungsübernahme nicht nur im Bereich der Forschung und Dienstleistung zu entsprechen, sondern zunehmend auch im Lehrbereich. Hierbei kann eine Öffnung nach «Aussen» als ein verstärkter Einbezug von berufsfeldbezogenen Fachpersonen, der berufsfeldbezogenen Klientel und/oder der Bevölkerung verstanden werden, der über ein Mit-wirken als Lehrbeauftragte, Gastdozierende oder Weiterbildungsteilnehmende hinausreicht. Die vorliegende Studie greift eine bislang bestehende Forschungslücke auf und geht der Frage nach, wie sich eine derartige Öffnung von Hochschullehrangeboten auf das hochschulische Lehren und Lernen auswirkt. Im Fokus stehen Auswirkungen der Öffnung auf das Lehr-Lern-Verständnis und das didaktische Handeln sowie Auswirkungen auf die Hochschullehrenden und Studierenden in ihren jeweiligen Rollen. Die Studie liefert darüber hinaus Antworten auf die Frage nach den Herausforderungen, die mit einer Lehrangebotsöffnung nach «Aussen» verbunden sind, und den Bedingungen, die erforderlich sind, damit ein solches Projekt gelingt. Das zur Beantwortung dieser Fragen durchgeführte Forschungsprojekt, erstreckte sich über den Zeitraum August 2020 bis November 2021 und umfasste dabei vier Phasen. In einem ersten Schritt analysierte das Projektteam bereits bestehende Studien und evaluierte Projekte, um dann in einem zweiten Schritt drei Lehrangebote des Departements Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule explorativ zu untersuchen. Ein Vergleich der Ergebnisse aus Phase 1 und 2 bot schliesslich die Grundlage, empirisch und theoretisch gestützte Empfehlungen zur lehrmethodischen Ausgestaltung von nach «Aussen» geöffneter Hochschullehrangebote abzuleiten. Zu den zentralen Ergebnissen zählt die Erkenntnis, dass die Öffnung von Hochschullehrangeboten zu einem Mehrwert für alle Beteiligten führt. Die in der vorliegenden Studie gewonnenen Erkenntnisse bestätigen das in der Literatur und in anderen Studien Festgehaltene, wonach es durch solche Angebote u.a. zu Perspektiven- und Kompetenzerweiterungen, zu veränderten und nachhaltigeren Lernerfahrungen, zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses sowie zur Erfahrbarkeit von Umsetzbarkeit und Grenzen theoretischer Ansätze und Konzeptionen im Alltag kommen kann. Bisherige Forschungsergebnisse erweiternd, zeigt die Studie zusätzlich auf, dass die Öffnung von Hochschullehrangeboten nach «Aussen» zu einer Erweiterung des Lehr-Lern-Verständnisses führt bzw. ein solches vielleicht sogar voraussetzt. Geöffnete Lehrangebote gehen demnach mit einem konstruktivistischen, partizipativen Lehr-Lern-Verständnis einher, welches mit einem modernen und globalen Bildungsverständnis in Verbindung steht. Damit verbunden sind auch Veränderungen im Rollenbild und Rollenverständnis von Hochschullehrenden und Studierenden. Die vorliegende Studie zeigt weiter auf, dass die Öffnung von Hochschullehrangeboten nach «Aussen» von den beteiligten Lehrpersonen nicht in erster Linie neue/andere methodisch-didaktische Kenntnisse erfordert. Es sind vielmehr einzelne didaktische Elemente, die besonderer Aufmerksamkeit bei der Ausgestaltung eines solchen Lehrangebots bedürfen. Nicht zu unterschätzen ist der organisatorische und administrative Aufwand, der bei der Öffnung eines Hochschullehrangebots bei den verantwortlichen Personen und/oder den involvierten Lehrpersonen anfällt. Die aus den Forschungsergebnissen abgeleiteten Empfehlungen können helfen, den Aufwand zu reduzieren. Diese Empfehlungen, welche didaktische Aspekte ebenso adressieren wie kommunikative, administrative und organisatorische, sind es dann auch, die der Studie neben einem wissenschaftlichen Beitrag auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bildungspraxis attestieren. Sie sind in Form kontextsensitiver Gestaltungsprinzipien formuliert und bieten Bildungspraktiker*innen im Sinne von Heuristiken eine handlungsleitende Orientierung.

Item Type:

Report (Report)

Division/Institute:

School of Social Work > Institute for Specialised Didactics, Profession Development and Digitalisation
School of Social Work > S Teaching
School of Social Work

Name:

Studer, Judith0000-0002-0950-8797;
Korell, Ilona Annik;
Burgener, Ninja Maria and
Chiapparini, Emanuela

Subjects:

H Social Sciences > H Social Sciences (General)
L Education > L Education (General)
L Education > LB Theory and practice of education > LB2300 Higher Education
L Education > LB Theory and practice of education > LB2361 Curriculum

Publisher:

Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit

Projects:

[UNSPECIFIED] Öffnung der Hochschulausbildung nach Aussen

Language:

German

Submitter:

Judith Studer

Date Deposited:

16 May 2022 10:29

Last Modified:

16 May 2022 10:29

Related URLs:

Uncontrolled Keywords:

Hochschulöffnung Partizipation Hochschuldidaktik Lehre

ARBOR DOI:

10.24451/arbor.16934

URI:

https://arbor.bfh.ch/id/eprint/16934

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